Immer mehr Unternehmen arbeiten mit Translation Memories wie SDL Trados oder across bzw. interessieren sich dafür. TMs unterstützen den Übersetzungsprozess. Bereits übersetzte Texte werden in einer Datenbank gespeichert – i.d.R. paarweise. Meistens wird ein TM von einer Terminologieverwaltung unterstützt.

Sinnvoll ist der Einsatz solcher Software bei standardisierten Texten wie Bedienungsanleitungen oder Geschäftsberichten. Für „kreative“, individuelle Texte wie Pressemeldungen oder juristische Schriftsätze, eignen sich die TMs nicht besonders.

Die Vorteile liegen auf der Hand: geringere Übersetzungskosten, da bereits übersetzte Texte nicht neu übersetzt werden müssen, und höhere Texthomogenität, da die Terminologie erheblich vereinheitlich wird.

Die Voraussetzungen für eine effiziente TM-Nutzung müssen bereits vor der Übersetzung erfüllt werden: bei der Erstellung des Quelltextes muss die firmenspezifische Terminologie konsequent verwendet werden.

Ein oft unterschätzter Faktor ist eine einheitliche, korrekte Rechtschreibung. „Auspuffkrümmerflansch“ und „Auspuff-Krümmerflansch“ ist für die Software nicht identisch. Bei uneinheitlicher Rechtschreibung muss neu übersetzt werden, auch wenn der Auftraggeber meint, dass alles gleich und damit kostengünstiger ist. Und das beste TM kann fatale Rechtschreibfehler nicht ausmerzen: wenn in der deutschen Vorlage „Scheißmaschine“ steht, wird in der Übersetzung nie eine „Schweißmaschine“ daraus.

Nachlässigkeit bei der Terminologiepflege der Ausgangssprache hat aber nicht nur Mehraufwand und höhere Kosten zur Folge. Ein weiteres Manko ist der größere Speicherbedarf für das TM, wenn es viele Sprachpaare enthält, die zwar inhaltlich, nicht aber orthografisch Dupletten sind. Dadurch wird es unhandlich und unübersichtlich.

Die Übersetzung sollte im Zielland geprüft und freigegeben werden. Damit ist gewährleistet, dass korrekte Sprachenpaare wiederverwendet werden können. Es sollte auch festgelegt werden, wer die Terminologie ändern und wer sie nur benutzen darf. Sinnvollerweise sollte das Vokabular im Unternehmen plattform- und abteilungsübergreifend zur Verfügung gestellt werden. Wichtig ist auch die Entscheidung, in welchen Programmen die Terminologie bereitgestellt wird: nur in Word oder auch in DTP-Programmen. Das hat wiederum Auswirkungen auf die Anzahl und Aktualisierung der jeweiligen Filter.

TMs sind also nach der Einführung nicht zum Nulltarif zu haben, sondern müssen ständig gepflegt werden.

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Christine Holtz-Stosch ist Geschäftsführerin der Holtz-Stosch GmbH.

Holtz-Stosch GmbH - Fachübersetzungen

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