Archiv für April 2008



Haus der deutschen Sprache

Sie ärgern sich über unverständliches Behördendeutsch oder suchen nach einem passenden deutschen Pendant für einen englischen Begriff? Da sind Sie beim “Haus der deutschen Sprache“, einem Projekt der “Stiftung Deutsche Sprache”, gut aufgehoben. In allen Sprachangelegenheiten ‘werden Sie kostenlos geholfen’. Richtig amüsant ist der Giftschrank. Dort finden Sie Delikatessen wie “ungefrühstückte Kinder” und “stattgefundene Endspiele”. Und natürlich können Sie Ihre beliebtesten Fundstücke gleich an der Garderobe abgeben. ;-)

Fußballfans aufgepasst!

Die Fußball-Europameisterschaft im Juni wirft ihre Schatten voraus – auch sprachlich. Für die Verständigung mit den Österreichern sorgt der Waschmittelhersteller Henkel, der seit 80 Jahren in Wien produziert. Rechtzeitig zum Großereignis wurde eine dreisprachige Broschüre mit nützlichen Redewendungen auf Wienerisch, Hochdeutsch und Englisch aufgelegt.

Der Sprach-Guide kann kostenlos als PDF- und MP3-Datei unter www.henkel-fanguide.at heruntergeladen werden.

Übersetzungstipp

Kataloge zu Produkten, die in verschiedenen Ländern vertrieben werden, dürfen nicht „nur“ übersetzt oder sprachlich adaptiert werden. Hier gilt es zunächst, den Content auf Verwendbarkeit für jedes Land individuell abzuklopfen. Für Kataloge zu technischen oder medizinischen Produkten ist dies unbedingt notwendig. Die Sicherheits- oder Abrechnungsvorschriften, die in Deutschland gelten, müssen in landesspezifischen Versionen ggf. durch lokale Vorschriften ersetzt werden. Dies hat Auswirkungen auf die Strukturierung des Ausgangskatalogs. Achten Sie bereits beim Erstellen der Vorlagen darauf, dass weltweit oder für alle Ihre Exportländer gültige Informationen in einer separaten Ebene, z.B. als Basisversion, angelegt werden. Die landes- oder markttypischen Daten sollten jeweils in separaten Ebenen gespeichert werden.

Gerade in diesem Bereich gilt die Faustregel des ehemaligen ABB-Topmanagers Barnevik:

Wenn bei einem Projekt Korrekturen vorgenommen werden müssen, liegen sie vor Projektbeginn im Promille-Bereich. Zu Projektbeginn bewegen sie sich schon im einstelligen Prozentbereich – und nach Projektabschluss nicht selten in Projektgröße.

Tipp: Stimmen Sie sich vor Projektbeginn mit ALLEN Beteiligten (Auslandsvertretungen, Werbeagentur, Texter, Grafiker, Übersetzungsdienstleister, Lektoren, Korrektoren etc.) ab. Wichtig ist nach Projektabschluss auch ein Feedback. Informieren Sie Ihren Übersetzungsdienstleister über die Endkorrekturen, die am Katalog vorgenommen wurden. Damit stehen diese für Folgeprojekte zur Verfügung. So erreichen Sie eine kontinuierliche Verbesserung Ihrer Kataloge.

Crowdsourcing

Jetzt ist es mal wieder bewiesen: die Angelsachsen sind nie um flotte Begriffe für die Niederungen des Alltags verlegen. Die politisch korrekte Definition des Begriffs “Crowdsourcing” ist im Microsoft-Blog nachzulesen: “This refers to an outsourcing approach where actual work is done by communities – either for free or for little compensation.” Wenn Sie also andere für ‘n Appel und ‘n Ei schuften lassen, können Sie sich mit dem schönen Titel “Crowdsourcer” schmücken. ;-)

Und wie wär’s mit der deutschen Übersetzung? Laut Wikipedia lautet sie Schwarmauslagerung. Da verschlägt’s mir doch glatt die Sprache.

Neuer Übersetzungssupport von Microsoft

Microsoft wird sozial: das Microsoft Language Excellence-Team hat kürzlich das Language Portal, eine neue Terminologie-Website, vorgestellt. Das Unternehmen bietet mehr Sprachressourcen als bisher an.

Das Microsoft-Sprachenportal ist eine Anlaufstelle und ein Forum für alle, die an sprachlichen Belangen und insbesondere an IT-Terminologie interessiert sind. Hier können Sie die sprachliche Gestaltung unserer Produkte miteinander und mit den Sprachexperten von Microsoft diskutieren.

Mal sehen, ob das Portal hält, was es verspricht.

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Christine Holtz-Stosch ist Geschäftsführerin der Holtz-Stosch GmbH.

Holtz-Stosch GmbH - Fachübersetzungen

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