Archiv für Februar 2008



Kommunikation auf vier Pfoten

Selbst versierten Hundehaltern soll es manchmal schwer fallen, das Gebell ihrer Lieblinge richtig zu interpretieren. Schließlich ist es gut zu wissen, ob der Vierbeiner vor einem Angreifer warnt oder spielen will.

Quelle: http://www.flickr.com/photos/exfordy/123112075/

Diese Kommunikationslücke wird jetzt von ungarischen Forschern geschlossen. Sie haben eine Software zur Analyse von Belllauten entwickelt. Bereits beim ersten Test wurden 43% der 6.000 Belllaute von der Software den sechs Kategorien richtig zugeordnet. Jedenfalls prognostizieren die Entwickler “völlig neue Perspektiven für das Verständnis der Kommunikation von Tieren”. Na dann, frohes Bellen.

Munibonds & Co.

Wenn wir dem Wortistik-Blog Glauben schenken wollen, ist “Subprime” nicht das letzte Wort, das der deutsche Normalbürger aus der US-Finanzwelt hören wird. Das nächste Marktsegment, das ins Trudeln geraten soll, sind die US-Kommunalanleihen, die Municipal Bonds. Laut Reuters sind kürzlich erstmals eine große Zahl von Munibond-Auktionen gescheitert. Es soll sich um Papiere im Nennwert von mehr als fünf Milliarden Dollar handeln, für die sich die betroffenen Kommunen und öffentlichen Körperschaften jetzt andere Finanzierungswege suchen müssen.

Und was kommt noch so an Abkürzungen auf uns zu? TOB, VRDO und ARS sind als heiße Kandidaten aus dem Dunstkreis der Kommunalfinanzen im Gespräch.

SDL Trados

Seit der Übernahme von Trados durch SDL haben die Programme zur Übersetzungsunterstützung nicht gerade an Übersichtlichkeit gewonnen. Nun scheinen die Beschwerden sogar bei den Verantwortlichen angekommen zu sein. In einem extra eingerichteten Beschwerdeforum können Verbesserungsvorschläge und Ideen eingestellt werden. Bleibt nur zu hoffen, dass sie nicht wirkungslos verpuffen.

BSE

“BSE” ist nicht nur die Abkürzung von “Bovine spongiforme Enzephalophatie”, die gemeinhin als Rinderwahn bekannt ist.

Die drei Buchstaben stehen auch für “Bad Simple English“. Diese Sprachvariante ist laut Fritz Pleitgen, dem ehemaligen ARD-Vorsitzenden, bald die meist genutzte Sprachen. Auf der Kauderwelschseite wird über Denglisch kräftig Dampf abgelassen. Unter “Verweise” finden sich aber auch Links zu spaßigen Seiten.

Übersetzungstipp

Immer mehr Unternehmen arbeiten mit Translation Memories wie SDL Trados oder across bzw. interessieren sich dafür. TMs unterstützen den Übersetzungsprozess. Bereits übersetzte Texte werden in einer Datenbank speichert – i.d.R. paarweise. Meistens wird ein TM von einer Terminologieverwaltung unterstützt.

Sinnvoll ist der Einsatz solcher Software bei standardisierten Texten wie Bedienungsanleitungen oder Geschäftsberichten. Für „kreative“, individuelle Texte wie Pressemeldungen oder juristische Schriftsätze, eignen sich die TMs nicht besonders.

Die Vorteile liegen auf der Hand: geringere Übersetzungskosten, da bereits übersetzte Texte nicht neu übersetzt werden müssen, und höhere Texthomogenität, da die Terminologie erheblich vereinheitlich wird.

Die Voraussetzungen für eine effiziente TM-Nutzung müssen bereits vor der Übersetzung erfüllt werden: bei der Erstellung des Quelltextes muss die firmenspezifische Terminologie verwendet werden.

Ein oft unterschätzter Faktor ist eine einheitliche, korrekte Rechtschreibung der Ausgangstexte. „Auspuffkrümmerflansch“ und „Auspuff-Krümmerflansch“ ist für die Software nicht identisch. Bei uneinheitlicher Rechtschreibung muss neu übersetzt werden, auch wenn der Auftraggeber meint, dass alles gleich und damit kostengünstiger ist. Und das beste TM kann fatale Rechtschreibfehler nicht ausmerzen: wenn in der deutschen Vorlage „Scheißmaschine“ steht, wird in der Übersetzung nie eine „Schweißmaschine“ daraus.

Nachlässigkeit bei der Terminologiepflege der Ausgangssprache hat aber nicht nur Mehraufwand und höhere Kosten zur Folge. Ein weiteres Manko ist der größere Speicherbedarf für das TM, wenn es viele Sprachpaare enthält, die zwar inhaltlich, nicht aber orthographisch Dupletten sind. Dadurch wird es unhandlich und unübersichtlich.

Die Übersetzung sollte im Zielland geprüft und freigegeben werden. Damit ist gewährleistet, dass korrekte Sprachenpaare wiederverwendet werden können. Es sollte auch festgelegt werden, wer die Terminologie ändern und wer sie nur benutzen darf. Sinnvollerweise sollte das Vokabular im Unternehmen plattform- und abteilungsübergreifend zur Verfügung gestellt werden. Wichtig ist auch die Entscheidung, in welchen Programmen die Terminologie bereitgestellt wird: nur in Word oder auch in DTP-Programmen. Das hat wiederum Auswirkungen auf die Anzahl und Aktualisierung der jeweiligen Filter.

TMs sind also nach der Einführung nicht zum Nulltarif zu haben, sondern müssen ständig gepflegt werden.

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Christine Holtz-Stosch ist Geschäftsführerin der Holtz-Stosch GmbH.

Holtz-Stosch GmbH - Fachübersetzungen

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