Vor 40 Jahren wurde der Deutsche Wirtschaftsfilmpreis als “Industriepreis” vom legendären Wirtschaftsminister Schiller aus der Taufe gehoben. Gestern Abend traf sich die Kreativwirtschaft mit ihren Kunden aus Industrie und Wirtschaft zum Stelldichein in der Barockstadt Ludwigsburg. Die 40-jährige Filminstitution zeigte keinerlei Anzeichen von Müdigkeit oder Midlife-Crisis, präsentierten die in drei Kategorien nominierten Filme doch ein buntes Kaleidoskop unterschiedlichster Themen aus Deutschland und der Welt.
In den Kategorien “Filme über die Wirtschaft”, “Filme aus der Wirtschaft” und “Filme von Nachwuchs-Filmemachern” konkurrierten insgesamt 154 Einsendungen um die Gunst der hochkarätigen 15-köpfigen Jury.
Aus der ersten Kategorie beeindruckte mich der mit dem 3. Preis ausgezeichnete Film “Die Bausparfalle – Der Kampf um die Schrottimmobilien” am meisten. Mit großer Sensibilität wurde das Unglück Tausender Menschen beschrieben, denen von einer so genannten renommierten Bausparkasse Schrottimmobilien als Altersvorsorge angedreht wurden und die in den Ruin oder Selbstmord getrieben wurden.
Aus der zweiten Kategorie gefiel mir der Film “Supertanker Dimensionen”, der mit dem 2. Preis dotiert wurde, sehr gut. Dort wird am Beispiel Öl gezeigt, wie stark wir zur Aufrechterhaltung unseres Lebensstandards von den motorisierten Giganten auf den Weltmeeren abhängig sind.
Die Nachwuchs-Kreativen beeindruckten mich mit dem zweitplatzierten Film “Faces (:phases”, der die Gesichter der Arbeit vorstellt. Präsentiert werden Menschen, die unter mittelalterlich anmutenden Bedingungen ihr Geld verdienen, aber auch die digitalen Nomaden des Laptop-Zeitalters.
Insgesamt bot der Event einen guten Einblick in die Welt der Filmemacher, die, wie in einem Redebeitrag zu hören war, erheblich zu einem positiven Image unseres Landes in der Welt beitragen können.

