Die Aktion “Lebendiges Deutsch” macht dieser Tage wieder von sich reden – aber nicht unbedingt zu ihrem Vorteil, wie ich meine. Für “Mobbing” bzw. “mobben” wurde eine griffige Vokabel gesucht. Und was ist dabei herausgekommen? Abgeleitet von “Meute” ist man auf “Meuten” verfallen. Diese Eindeutschung ist nicht nur weitgehend überflüssig, sondern logisch inkonsequent: gemobbt kann ich von nur einer Person werden, gemeutet aber von vielen – umfasst eine Meute doch immer mehrere Subjekte. Wer also in seinem Job gemeutet wird, sollte besser nicht meutern.
Und dann wäre da noch das englische “Briefing“. Hat ja mit unserem “Brief” nicht direkt zu tun… Hier hat man für “einweisen” optiert. Wenn Sie also eingewiesen werden, sollten Sie aufpassen, dass Sie nicht im Krankenhaus oder Gefängnis landen.
Wenn Ihnen diese Übersetzungen nicht gefallen, werden Sie am besten selbst aktiv: bis zum 21. Oktober ist Ihr sprachlicher Input für “Timing” gefragt.

