Mit fehlerhaften Übersetzungen in Medien beschäftigt sich die Website “Übelsetzt”. Lustige und komische Fehler finden ebenso ihren Platz wie ein spezielles Genre, der “bewusste” Übersetzungsfehler im Sinne der politischen Korrektheit. Dass die Namen deutscher Filmhelden in der englischen Synchronisation angliziert werden, ist Usus. Umgekehrt werden Reminiszenzen ausländischer Filme an das 3. Reich bei der deutschen Lokalisierung auch mal außen vor gelassen, wie ein Beispiel von Marc Greis zeigt: In “Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück” wird Bridget von ihrer Mutter getadelt: “You’ll never get a boyfriend if you look like you’ve wandered out of Auschwitz.” (=“Du kriegst nie einen Freund, wenn Du aussiehst als wärest du gerade aus Auschwitz gekommen.”). In der deutschen Version wurde das zu “Du kriegst nie’n Freund, wenn Du aussiehst als würdest du unter der Brücke wohnen.”
Sprachlich übel geht es aber auch im wirklichen Leben zu. Der Tagesspiegel präsentierte kürzlich das Büchlein Übelsetzungen. Sprachpannen aus aller Welt. Unverständliche deutsche Speisekarten aus China stehen genauso am Pranger wie Verkehrsschilder aus Island. Richtig abgewatscht werden in der Rezension von Jens Mühling die Übersetzer: wie schon eine italienische Volksweisheit besage, sei jeder Traduttore-Übersetzer ein potenzieller Traditore-Verräter…

